
Für Betroffene
Wir betreuen und beraten Eltern von Früh- und Risikogeborenen
Die meisten Eltern stehen nach einer zu frühen Geburt hilflos und überfordert vor dem Inkubator ihres viel zu kleinen Kindes. Und auch nach einem wochenlangen Krankenhausaufenthalt kommt es in vielen Fällen zu Hause zu einer starken emotionalen Belastung. Das Frühchen e.V. Heidelberg unterstützt diese Eltern von der Geburt an in psychosozialer Hinsicht, insbesondere in Form einer kostenfreien häuslichen Familienbegleitung durch eine entwicklungsfördernde Neonatalbegleitung. Darüber hinaus bieten wir als Selbstbetroffene regelmäßig Austausch in unseren Elterntreffen an und beraten zu sozialrechtlichen Ansprüchen.

Familienbegleitung (Neonatalbegleitung)
Die Geburt eines frühgeborenen Kindes verändert das Leben der Eltern grundlegend. Neben langen Klinikaufenthalten, medizinischen Unsicherheiten und vielen offenen Fragen benötigen Familien Unterstützung – sowohl unmittelbar nach der Geburt als auch nach der Entlassung nach Hause. Gemeinsam bieten Petra Soltau und Astrid Brauch eine professionelle, einfühlsame und umfassende Begleitung für Eltern mit früh- oder risikogeborenen Kindern an.
Petra Soltau arbeitet seit 30 Jahren als Kinder-Physiotherapeutin mit Schwerpunkt Neonatologie, Entwicklungsförderung und der Begleitung von Familien mit frühgeborenen Kindern – ein echtes Herzensthema, das ihre Arbeit seit vielen Jahren prägt. Sie ist am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikum Heidelberg tätig und verfügt über umfassende Erfahrung sowohl während des Klinikaufenthaltes von Frühgeborenen als auch beim Übergang der Familien nach Hause.
2018 schloss sie, die Weiterbildung zur entwicklungsfördernden Neonatalbegleiterin am Ausbildungszentrum Laktation und Stillen ab. Darüber hinaus absolvierte sie einen EFIB-Kurs der Neonatologie sowie zahlreiche Fortbildungen im Bereich der beratenden Arbeit.
Petra Soltau ist zertifizierte Trageberaterin sowie Marte Meo Therapeutin und Fachberaterin. Als Dozentin gibt sie ihr Wissen regelmäßig weiter.
Astrid Brauch ist Kinderkrankenschwester, Waldorfpädagogin sowie systemische Kinder-, Jugend- und Familienberaterin. Sie ist Mutter von vier Kindern und begleitet seit vielen Jahren Familien in besonderen Lebenssituationen. Seit Februar 2025 unterstützt sie – nebenberuflich im Rahmen von Frühchen e.V. – Eltern, die nach dem Klinikaufenthalt mit ihrem frühgeborenen Kindern zu Hause ankommen und sich in den neuen Alltag einfinden.
Diese Phase bringt häufig Unsicherheiten, emotionale Herausforderungen und viele Fragen mit sich. Astrid Brauch steht den Familien mit Fachwissen, Erfahrung und großem Einfühlungsvermögen zur Seite. Ihr Anliegen ist es, Sicherheit, Orientierung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken.
Unsere Ziele der Familienbegleitung:
- Familien begleiten, beraten und passende Hilfsangebote vermitteln
- Eltern bei der Verarbeitung der Erfahrungen rund um die Frühgeburt unterstützen
- Die Eltern-Kind-Beziehung stärken
- Vernetzung mit kompetenten Anlaufstellen, insbesondere bei Verdacht auf Entwicklungsauffälligkeiten
- Vernetzung mit kompetenten Anlaufstellen, insbesondere bei Verdacht auf Entwicklungsstörungen
Wir bieten:
- Hausbesuche nach der Entlassung
- Gespräche über Erlebtes und Unterstützung beim Ankommen im Alltag
- Sozialrechtliche Beratung und Unterstützung bei der Durchsetzung von Ansprüchen (zum Beispiel Pflegegrad, Hilfsmittel, SBA)
- Beratung zu Entwicklung, Stillen, Tragen, Marte Meo, sowie zu individuellen Fragen der Eltern
Frühchenelterncafés – Austausch und Unterstützung
Der Frühchenverein Heidelberg bietet regelmäßig Elterncafés in der Uniklinik Heidelberg an. Hier können sich neue Frühcheneltern in geschützter Atmosphäre austauschen, Fragen stellen und andere Familien kennenlernen. Gleichzeitig stellt sich der Verein vor und bietet Ansprechpartner, die selbst Erfahrung mit Frühgeburtlichkeit haben.
Herzlich willkommen – wir freuen uns auf euch!
Frühchenelterntreffen
Was erwartet dich hier?
Tipps, Tricks und Austausch mit den Admins unserer Frühchengruppe.
Eltern von Frühgeborenen haben meist ein großes Bedürfnis nach Gesprächen über ihre Erlebnisse und den Wunsch nach Austausch mit Gleichgesinnten. Die Eltern berichteten sehr offen, gelegentlich auch mit viel (Galgen-)Humor, von ihren Erfahrungen mit der Frühgeburt und der weiteren Entwicklung ihrer Kinder.
Dabei geht es häufig um folgende Themen:
- Positive und negative Erlebnisse während der Klinikzeit, Umgang mit den Eltern auf den Stationen
- Kinderärzte
- Reaktionen des sozialen Umfelds auf die Kinder
- Erlebnisse bei nachfolgenden stationären Aufenthalten in Kinderkliniken
- Weitergabe nützlicher Tipps zur Beantragung von Kuren
- Entwicklungsstand der Kinder
- Ess- und Gedeih-Probleme
- Kindesentwicklung und Fördermöglichkeiten (Anlaufstellen)
- Erfahrungen mit der Beantragung einer Pflegestufe
- Erfahrungen in Krippe/Kindergarten/Schule
- Und vieles mehr!
Bei diesen Treffen ist Raum für Erfahrungsaustausch und Fragen gegeben, egal ob das frühgeborene Kind 6 Monate oder 6 Jahre alt ist.
Wir treffen uns im 3. OG (wird gekennzeichnet) des Elternwohnheims/Casino zwischen der Alten Kinderklinik und dem Nierenzentrum, gegenüber dem Botanischen Garten. Die Adresse lautet: Im Neuenheimerfeld 154, direkt an der Bushaltestelle der Medizinischen Klinik. Geparkt werden kann im Parkhaus gegenüber der Medizinischen Klinik. Bitte das Gebäude aus Richtung Parkhaus bzw. Nierenzentrum betreten.
Eine Anmeldung zum Treffen wäre wünschenswert unter oder 0176/34429212.
Welt-Frühgeborenen-Tag

Das Schloss leuchtet lila…
Seit 2011 findet rund um den Globus jedes Jahr am 17. November der Weltfrühgeborenentag bzw. World Prematurity Day statt.
Jedes 10. Kind, nach neueren Studien sogar jedes 9., wird als Frühchen geboren. In Deutschland sind jährlich rund 60.000 Neugeborene betroffen, wodurch die Gruppe der Frühgeborenen die größte Patientengruppe unter Kindern bildet. Die damit zusammenhängenden Besonderheiten, Risiken und Probleme für Frühchen und ihre Familien sollen an diesem Tag thematisiert werden. Denn trotz aller medizinischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte werden die Risiken und Probleme, die sich für ein Kind und seine Familie durch den Frühstart im weiteren Leben ergeben, häufig nicht ausreichend wahrgenommen.
Daher finden an diesem Tag in über 60 Ländern auf der ganzen Welt unterschiedlichste Veranstaltungen statt. Frühchenvereine, Elterngruppen, Kliniken, Familien, Gesundheitszentren, Politiker und weitere involvierte Gruppen machen gezielt auf die Situation der zu früh geborenen Kinder und deren Familien aufmerksam.
Light it up purple
Ein besonderes Ereignis am Weltfrühgeborenentag ist die Aktion „Light it up purple“. Initiiert von der amerikanischen Organisation March of Dimes werden in weltweiten Lichtinstallationen bedeutende Bauwerke, Naturdenkmäler und Gebäude an diesem Tag in Lila – der Farbe der Frühgeborenen – angestrahlt. Vermehrt beleuchten auch immer mehr kleinere Vereine und Privatpersonen ihnen wichtige Objekte wie ihr Haus, ein Elternzimmer oder Gebäudeteile des Krankenhauses. Dieses Licht zieht sich am 17.11. wie ein großes lila Band rund um den Globus.
An Großaktionen wurden unter anderem schon das Empire State Building, die Bosporusbrücke, das Opernhaus in Sydney, das Heidelberger Schloss, die Niagara Fälle und viele weitere Sehenswürdigkeiten lila angestrahlt.
Als erste große deutsche Sehenswürdigkeit nimmt, seit 2013, auch das Schloss Heidelberg daran teil. Auf Initiative des Vereins „Das Frühchen e.V.“ wird das Wahrzeichen der Stadt auch zukünftig in lila erstrahlen.
Warum der 17. November?
Dieses Datum geht auf ein europäisches Treffen von Elterngruppen zurück, die sich am 18. November 2008 auf initiative der EFCNI (European Foundation for the Care of Newborn Infants) in Rom, Italien zusammengefunden hatten. Das gewählte Datum geht auf einen der Stiftungsgründer der EFCNI zurück. Nach dem Verlust seiner Drillinge im Dezember 2006 wurde er am 17.11.2008 Vater einer gesunden Tochter. Dieses Datum soll den Frühchenfamilien nach dem oft erlebten Leid auch Hoffnung und Glück symbolisieren.
Frühchenpost – immer auf dem Laufenden
Informationen, Neuigkeiten und Berichte
Unsere Vereinszeitschrift „Frühchenpost“ informiert über Termine und Aktivitäten des Vereins. Auch Veranstaltungen, wie unser Frühchenfest oder der Weltfrühgeborenentag, werden hier vorgestellt.
Unsere Leser und wir freuen uns auch über Erfahrungsberichte, selbstverständlich gerne mit Bildern, die wir in der Frühchenpost veröffentlichen können. Wer möchte, kann ein Foto seines Frühchens bzw. seiner Frühchen schicken an: . Schön wäre, wenn wir den Vornamen sowie die Schwangerschaftswoche und Gewicht mit veröffentlichen dürften. Wir sind gespannt auf viele Fotos, die wir in den kommenden Ausgaben veröffentlichen können. Aus Erfahrung wissen wir, dass solche Beiträge immer sehr interessiert gelesen werden.

Finazielle Leistungen & rechtliche Tipps
Liebe Frühcheneltern,
in den vergangen Stunden und Tagen hat sich für Sie vieles komplett verändert. Der gewohnte Alltag scheint still zu stehen. Ihre ganze Kraft gilt nun Ihrem/n neugeborenen Kind/Kindern. Fragen wie „Können die Ärzte meinem Kind helfen?“, „Was kann ich als Mutter oder Vater für mein Kind tun?“ oder „Wie wird es weiter gehen?“ stehen nun für Sie im Mittelpunkt.
Wir von »Das Frühchen« e.V. Heidelberg sind zumeist auch Eltern von frühgeborenen Kindern und wissen, wie schwer die ersten Tage und Wochen nach einer Frühgeburt sein können.
Aktuelle Informationen zu allen Finanziellen Leistungen und Rechtlichen Tipps in der Anfangszeit erhalten Sie auf der Website des Bundesverbandes »Das frühgeborene Kind«.
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Mehr Informationen und Anmeldeformular findet Ihr im Bereich »Über uns«
Downloads
Vereinsbroschüre
Flyer »Familienbegleitung«
Satzung des Vereins
Weiterführende Informationen
Informationen rund um das Thema Frühgeburt
Auf unserer Homepage verweisen wir auf die ausführliche Informationsseite des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“, der aktuelle und fundierte Inhalte rund um das Thema Frühgeburt bereitstellt – von der Schwangerschaft über die Zeit danach bis hin ins Erwachsenenalter. Dort finden betroffene Familien wertvolle Hinweise, wissenschaftlich basierte Hintergrundinformationen und praktische Unterstützung für jeden Lebensabschnitt.
Zudem bietet der Bundesverband regelmäßig Seminare und Workshops für Eltern, Angehörige und ehemalige Frühgeborene an. Diese Veranstaltungen unterstützen beim Austausch, beim Verstehen medizinischer Zusammenhänge und beim Umgang mit möglichen Herausforderungen im Alltag.
Für akute Sorgen steht ein Hilfetelefon zur Verfügung, an das sich Betroffene jederzeit wenden können. Hier erhalten sie einfühlsame Beratung, Orientierung und schnelle Hilfe.
Gemeinsam möchten wir dazu beitragen, Familien von Frühgeborenen bestmöglich zu informieren, zu begleiten und zu stärken.